Homo Ludens,  Homo Religiosus,  Pater Familias

“Gott hat mir ein Lachen bereitet; jeder, der es hört, wird mit mir lachen”

In der Bibel, im ersten Buch Mose, Kapitel 21, 6-7 ist es Sarah, die dies nach der Geburt von Isaak sagt. Isaak (hebräisch Jitzchak) bedeutet dann auch wörtlich „er (Gott) lacht (freundlich)“ oder „er wird lachen“.

Die Hintergrundgeschichte dieses Lachens steht etwas vorher in der Bibel: Sarah lachte ungläubig, als ihr ein Sohn im hohen Alter verheißen wurde (Genesis 18,12). Nach der Geburt wandelt sich dieses Lachen in ein Lachen der Freude und des Triumphs über Gottes Versprechen.

Das “Lachen” kommt in der Bibel an mehreren Stellen, sowohl im Alten wie im Neuen Testament vor und in ganz unterschiedlichster Bedeutung vor. Von der Ungläubigkeit Sarahs, über ihr Freudenlachen hin zu beisendem Spott.  

Auch als Ventil kennt die Bibel das Lachen: Nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil schenkte Gott den Israeliten einen Mund voller Lachen (Psalm 126), damit sie den bitteren Nachgeschmack ihrer erlebten Not vergessen konnten und somit vor depressiven Verstimmungen geschützt waren. Die Ausgelassenheit dient hier als Ventil, seelische und körperliche Schmerzen zu lindern beziehungsweise sogar zu heilen.

Lachen als Ventil, als eine Reaktion in der Krise. Mein mittlerer Sohn macht mich und auch etliche andere ganz oft böse: er wird auf einen Fehler hingewiesen, kriegt geschimpft und seine Reaktion ist Grinsen. Eine Übersprunghandlung, ja ch weiß. Trotzdem reizt es mich bis aufs Blut, wenn man ihn schimpft und kriegt nur ein blödes Grinsen, das einem das Gefühl gibt, er freut sich auch noch darüber, mal wieder Schaden und Ärger verursacht zu haben. Auch hier hat – das weiß ich jetzt dank Recherche -die Bibel das passende Zitat: “Erkennt eure Schuld und weint darüber; klagt und trauert! Seid traurig, statt zu lachen, und niedergeschlagen, statt euch zu freuen” (Jakobus, Kapitel 4, Vers 9). Bitte erst nach der Einsicht des Fehlers wieder lachen. Obwohl ich nicht genau weiß, ob ich nicht genauso auf Kritik reagiere und versuche Kritik wegzulachen.

Lachen sollte man nie verlernen. Nach dem Tod von meinem Opa väterlicherseits hat die Ex-Freundin meines Onkels meiner Oma einen Brief geschrieben und viele Liebe Worte über meinen Opa gefunden. Das Lachen war ein Thema. Nicht die Art zu lachen, oder unpassend zu lachen. Sie hatte es darüber, wie mein Opa immer wieder sein Lachen gefunden hat: was auch immer ihm das Schicksal zugemutet hat, Krieg, Kriegsgefangenschaft, zwei verstoebene Ehefrauen, die (unverschuldete) Pleite des langjährigen Familienbetriebs und nicht zuletzt der Tod eines seiner Kinder: mein Opa konnte trotzdem immer wieder seine Lebensfreude finden und lachen.

Es gibt nicht viele Regeln oder Vorbilder, die ich als Art Erbe bewusst versuche nachzuleben, aber das mit dem Lachen wünsche ich mir, dass es auch mir bis an mein Ende gelingen möchte. 

«Bestimmt wird er dich wieder lachen lassen und deinen Mund mit frohem Jubel füllen» (Hiob, Kapitel 8, Vers 21).


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